26.06.1945

Heute vor 75 Jahren, an einem Dienstag, lag die Welt in Schutt und Asche. Der zweite Weltkrieg war in den Endzügen und hatte 60 Millionen Menschenleben gefordert. Nur schwer kann man sich heute vorstellen, was in den Köpfen der Menschen damals vorging. Zwei besondere Ereignisse von diesem Tag lassen diese Gedanken erahnen:

1. Veröffentlichung des Gründungsaufrufes der Christlich Demokratischen Union

Dieser startet mit den Worten „Der Nationalsozialismus hat Deutschland  in ein Unglück gestürzt, das in seiner langen Geschichte ohne Beispiel ist… Nie wäre dies alles über uns gekommen, wenn nicht weite Kreise unseres Volkes von einem habgierigen Materialismus sich hätten leiten lassen…am Ende stand der Krieg, der uns alle ins Verderben stürzte“ und kommt zu der Erkenntnis „was uns in dieser Stunde der Not noch retten kann ist eine ehrliche Besinnung auf die christlichen und abendländischen Lebenswerte… Im Glauben an den lebendigen Gott beugen wir uns vor seinen Geboten, den wahren und einzigen Stützen sozialer Ordnung und Gemeinschaft„.

2. Vertreter von 50 Staaten unterzeichnen mit der Satzung den Gründungsvertrag der Vereinten Nationen

Dieser startet mit „Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern“ und für diese Zwecke Duldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben, unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, daß Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, und internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele zusammenzuwirken.“

Viele Menschen damals haben in ihrem Leben zwei Weltkriege und aus deren Konsequenz unendliche Leiden erleben müssen. Was das bedeutet können wir und heute hier nicht wirklich vorstellen. Auch deshalb nicht, weil deren Bemühungen/ Arbeit von damals bis heute Früchte getragen hat. Friede hier in Europa, die europäische Union als offener Lebensraum ohne Grenzen mit (fast) nur einer Währung. Aber 75 Jahre nach diesem 26. Juni 1945 steuern wir z.B. auf die größte globale Hungerkatastrophe seit dem zweiten Weltkrieg zu. Viele Menschen global sind aus der Konsequenz habgierigen Materialismusses des „christlichen Abendlandes“ auf der Flucht. Selbst hier in Deutschland praktizierte Ausbeutung akzeptieren wir, wenn diese zu unser aller Wohlstand sorgt. Nach dem Krieg war Europa massiv auf Hilfslieferungen angewiesen, Hunger war auch in Deutschland allgegenwärtig. Heute, 75 Jahre später, können wir hier Anderen den Segen sein, welchem unserem Volk vor 75 Jahren zuteil wurde (obwohl wir den Weltkrieg begonnen hatten). Und das alleine aus unserem Abfall, da wir jährlich alleine in Deutschland über 12 Millionen Tonnen Lebensmittel achtlos wegwerfen. Die Beweggründe und Erkenntnisse von unseren Vorfahren damals müssen uns heute eine Mahnung zur Achtsamkeit und eine Anleitung für unser Handeln in diesen Zeiten sein.