500.000

500.000, eine halbe Million. So viele Schweine werden lt. einer Untersuchung des Kulmbacher Max Rubner-Instituts pro Jahr bei dem Schlachtvorgang lebendig gebrüht, erkennbar an der so genannten „Brühwasserlunge“. Heißt: 500.000 Schweine ertrinken pro Jahr im 6o Grad heißen Wasser qualvoll. Mindestens.

Akkordarbeit, keine Zeit, Kostendruck. Das Fleisch muss möglichst billig in der Fleischtheke liegen, koste es was es wolle. Die Mast und die Schlachtung sind Heute optimiert bis zum Anschlag.

Geboren als optimiertes Hybridschwein leben diese Tiere ihr kurzes, meist nur 6 Monate langes Leben auf engstem Raum mit Spaltböden und ohne die geringste Möglichkeit ihre natürlichen Instinkte auszuleben. Danach steht das Schlachthaus. Nach oft langen Transportwegen zu dem günstigsten Schlachthaus zählt hier jede Sekunde. Maximale Effizienz, hohe Bandgeschwindigkeiten, Akkordarbeit. Da kann schon mal ein Schwein lebendig in dem Brühkessel landen. Sind doch nur Schweine.

Aber wie sind Schweine? Z.B. an der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat ein mehrmonatiges Projekt deutlich gezeigt, dass Schweine äußerst intelligent, überaus reinlich, hochsozial und empfindsam sind.

Nur weil landesweit überall billigstes Fleisch, nicht nur vom Schwein, verfügbar ist heißt dies nicht, dass es in Ordnung ist dieses auch zu kaufen. Jeder hat die Verantwortung für das Tier, welches vor Ihm auf dem Teller liegt, ob wir wollen oder nicht. Unser Einkaufverhalten sorgt für die Nachfrage an den jeweiligen Stellen, unterstützt deren System.

Kleine Betriebe, welche auf eine artgerechte Aufzucht der Tiere achten, sind oftmals genauso vom Aussterben bedroht wie viele Tierrassen. Diese Betriebe zu finden ist schwieriger als der schnelle Griff ins Kühlregal, lieben wir doch den schnellen, einfachen und bequemen Einkauf. Sind also gute Alternativen für uns einfach zu umständlich und auch zu teuer? Warum unterstützen wir Systeme, welche uns bei einem Besuch vor Ort entsetzten würden?

 

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