Das Umweltzoneninsel-Modell

Aktuell wird über die Einführung der blauen Umweltplakette in Umweltzonen diskutiert. Wurden den Umweltzonen schon 2009 eine Wirkungslosigkeit vom ADAC attestiert, sieht seit 2014 auch  das Umweltbundesamt selbst keine Wirkung. Eine blaue Umweltplakette würde eine massenhafte Umrüstung von Dieselfahrzeugen bedeuten, ein lukrativer Markt also für die Fahrzeug- und Ersatzteilindustrie. Eine Senkung der Feinstaubwerte ist nicht zu erwarten.

Wie kann also die Emissionsbelastung in Umweltzonen wirkungsvoll abnehmen, warum dort nicht neue Wege gehen? Nehmen wir als Ansatz eine autofreie Nordseeinsel. Dort funktioniert schon jetzt ein völlig eigenständiges System im Kleinen, welches als Basis für wirksame Umweltzonen dienen kann. Es geht bei diesem Ansatz nicht nur um Luftreinheit, auch ein besonderer Erholungsfaktor und eine Steigerung der Lebensqualität in diesen Zonen kann ein solcher Ansatz bieten. Gerade innerhalb von Umweltzonen ist die Dichte von Restaurants, Kinos, Theater etc. gegeben!

Innenstädte haben oft folgende Probleme; sie sind voller Fahrzeuge, Lärm und Stau sind die Konsequenz. Der öffentliche Nahverkehr ist unflexibel und wird von Kraftfahrern nicht wirklich als Alternative genutzt, Parkflächen sind Mangelware. Immer mehr Betreiber meist kleiner Ladengeschäfte geben in dem Kampf gegen den dezentralen Onlinehandel auf. Die Folge sind massive Einbusen bei der Lebensqualität und verlorene Flächen, welche von Fahrzeugen als Parkraum benötigt werden. Wie aber wären die Überlegungen, wenn, theoretisch, Umweltzonen autofreie Inseln wären, welche Ansätze dann nötig?

Zunächst einmal müssten alle Waren an „Anlegern“ gesammelt und gemeinsam auf die Umweltzoneninsel verfrachtet werden. Auch Menschen müssten außerhalb parken und mit der „Fähre“ übersetzten. In der Umweltzoneninsel würde eine eigene Infrastruktur herrschen, welche von Elektro- oder Erdgasfahrzeugen bedient würde.

Wichtige Eckpunkte wären:

  • Komplett kostenloser Nahverkehr
  • Schnellere Taktung des Nahverkehrs und mehr Haltestellen, z.B. auch in Fußgängerzonen
  • Öffentlicher Nahverkehr ausschließlich mit Elektro- und Erdgasfahrzeugen
  • Carsharing innerhalb Umweltzoneninseln mit Elektro- und Erdgasfahrzeugen
  • Anhänger für die Warenbeförderung an Omnibussen
  • Kleine Verteileinheiten innerhalb der Umweltzoneninsel
  • Das onlinestellen des kompletten Warenangebotes innerhalb einer Umweltzoneninsel sorgt für einen schnellen Überblick des Warenangebotes, vermeidet unnötige Mehrfachlagerung identischer Artikel und sorgt für einen kombinierten Versand aus dieser heraus.

Aktuell werden alle Waren von verschiedenen Dienstleistern in die Umweltzonen gebracht um zum Großteil, kurz darauf, von Endkunden wieder aus diesen heraus gebracht zu werden. In Umweltzoneninseln würden alle eingehenden Warensendungen an „Anlegern“ gesammelt und zentral geliefert. Auch ist die Überlegung sinnvoll, die nicht in der Umweltzoneninsel benötigten Waren an den „Anlegern“ zu lassen. Der Vorteil wäre, dass viele Waren gar nicht erst in Umweltzoneninseln transportiert werden müssten. Kunden können sich in Läden anhand von Mustern seinen Einkauf zusammenstellen und diese an Ihrem „Anlegerzentrallager“ außerhalb der Umweltzoneninsel kombiniert abholen. Einzelhandel, Handwerker oder Dienstleister, der Hauptteil der von Diesen benötigten Waren findet außerhalb einer Umweltzoneninsel Verwendung.

Ein Überblick aller in der Umweltzoneninsel verfügbaren Waren ist online möglich. Alle Waren können online eingesehen, vorbestellt oder komplett online bestellt werden. Hier schließt sich unser Ansatz der Regionalmarktplätze nahtlos an.