Retten oder Vernichten?

Laut einer aktuellen Studie des Johann Heinrich von Thünen- Institutes haben wir in Deutschland in 2015 ca. 11,86 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Tendenz seit Jahren steigend. Das steht im direkten Gegensatz zu dem Vorhaben der Bundesregierung bis 2030 die Summe der Lebensmittelabfälle zu halbieren.

Abfall ist ein begehrtes Produkt. Spätestens seit der Energiewende stellt sich im Bereich Lebensmittel neben der Frage „Tank oder Teller“ nun auch „Retten oder Vernichten“. Z.B. benötigen Biogasanlagen Material zur Vergärung,  diese Lebensmittel  sind dort besonders gefragt. Gleichzeitig leben wir mit unserem Konsumverhalten immer mehr über unsere Verhältnisse. Dieses Jahr haben wir  in nur 7 Monaten alle Ressourcen verbraucht, welche die Natur in einem Jahr herstellen kann. 1987 waren es noch knapp 12 Monate. Wir müssen dringend unser Konsumverhalten ändern und Konsumenten gute Alternativen aus bisher übrigen und vernichteten Lebensmittel bieten.

Die Tafeln haben nach eigenen Angaben letztes Jahr mit 260.000 Tonnen Lebensmittel rund 2,2% von diesen Lebensmittel gerettet. Das ist sehr gut und diese Arbeit muss unbedingt weitere Unterstützung finden. Aber auch hier müssen täglich frische Lebensmittel entsorgt werden.

Das Zeitfenster für die Weitergabe von frischen Lebensmittel ist sehr begrenzt, Gemeinschaftsverpflegungen wie z.B. Kantinen können ihre übrigen, fertigen Speisen gar nicht an z.B. die Tafel weitergeben. Was fehlt ist eine geeignete Infrastruktur für alle übrig gebliebenen Lebensmittel und eine Verlängerung des Zeitfensters durch eine Verarbeitung zu haltbaren Lebensmittel.

Der Handel als wichtiges Bindeglied

Im Lebensmitteleinzelhandel werden mit ca. 4% verhältnismäßig geringe Mengen entsorgt, dieser trägt aber eine wichtige Schlüsselrolle. Nur hier kann z.B. durch Verpackungsgrößen oder der Produktauswahl entschieden werden, wie der Endverbraucher was konsumiert und ein neuer Trend initiiert werden.

Was fehlt ist eine trendige Marke für verwertete Lebensmittel und eine Kultur der Wiederverwertung von Lebensmittel

Genau hier setzt Secondfood an. Gutes und sonst entsorgtes haltbar machen garantiert ein hohes Maß an Ressourcen- Tier und Umweltschutz, gepaart mit dem sozialen Versprechen “ Ein Produkt für mich, ein zweites für einen Bedürftigen weltweit“. So können sonst verwertete Lebensmittel als z.B. Säfte, Marmeladen oder haltbare Hilfs- bzw. Fertigprodukte ihren Weg in den Handel bzw. wieder zurück dorthin finden. Durch eine solche Marke kann es auch zum Trend werden nicht mehr benötigte Lebensmittel an Abgabepunkten, z.B. ähnlich der Leergut- bzw. Pfandrückgabe, abzugeben und hierfür z.B. Coupons für Secondfood- Produkte zu bekommen. Ein weiterer, für den Handel wichtiger Aspekt: Der Konsument beteiligt sich an den Kosten für die Weitergabe an Bedürftige. Und davon gibt es genug. Der Hunger auf der Welt nimmt weiter zu. In 2017 waren 820,8 Millionen Menschen unterernährt, ist alle 10 Sekunden ein Kind unter 5 Jahren verhungert.

Retten oder Vernichten also. Möchten wir uns mit unserem Konsumverhalten auseinandersetzen, in unseren Konsumspiegel schauen bzw. mit einem z.B. Secondfood- Trendprodukt dazu animieren?

Lebensmittel sind unser Mittel zum Leben, zum Überleben. Die Natur benötigt uns und diese nicht zum Überleben, wir aber die Natur. Wenn wir nicht schnell lernen unsere Ressourcen gut und möglichst vollständig zu nutzen und den Überschuss an Bedürftige abzugeben, was bleibt uns und unseren Kindern in absehbarer Zeit in Frieden zu und zum Leben, Überleben?