Tank oder Teller?

Tank oder Teller, diese Frage stellt sich immer mehr. Jeden betrifft es, meist unbewusst. Folgende Beispiele:

Wir sind gerne mobil. Privat wie auch geschäftlich. Fossile Brennstoffe bilden hierzu das Rückrat. Dies hat massive Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Umwelt. Auch ist dieser Rohstoff sehr begrenzt. Immer mehr gibt es also Beimischungen von „Biosprit“ in Form von Ethanol ( z.B E10-Benzin) oder bis zu 10% Biodieselanteil (behandeltes Pflanzenoel) im Dieselkraftstoff als schnellen Entlastungsversuch.

Die Energiewende in Deutschland setzt auf „grünen Strom“. Hierzu kommen auch verstärkt Biogasanlagen zum Einsatz. Stark gefördert bauen die „Energielandwirte“ Pflanzen mit einem hohen Energiegehalt wie z.B. Mais gezielt für die Vergärung in Biogasanlagen an. Das so gewonnene Biogas speist einen Verbrennungsmotor welcher einen Generator antreibt und so grünen Strom erzeugt. Aber auch Erdgasfahrzeuge können mit diesem Biogas betrieben werden.

Also werden immer mehr global Ackerflächen gezielt für unsere Mobilität eingesetzt. Unabhängig von Monokulturen oder Rodungen von großen Waldflächen stellt sich die Frage, welche Form für unsere Mobilisierung in der unmittelbaren Zukunft sinnvoll ist und wie weltweit wieder mehr Teller gefüllt werden können.

Ich habe vor 10 Jahren mit der Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf reines Pflanzenoel aufgehört als ich gemerkt habe, dass sich mir diese Frage immer mehr stellt. Können wir für unsere Mobilität leere Teller, auch wenn diese in einer ganz anderen Ecke der Welt stehen, verantworten? Aber auch schon in Deutschland ist dieser Konflikt angekommen, wenn z.B. stark subventionierte „Energiebauern“ höhere Pachtpreise für Ackerland zahlen können als „normale Bauern“.

Sicher sind pflanzlich erzeugte Kraftstoffe umweltverträglicher wie fossile, gibt es aber keine anderen Wege? Jeder Autofahrer macht regelmäßig die Erfahrung, dass alle Autos um einen herum meist mit einer, maximal zwei Personen besetzt sind. Rund ein Drittel aller Nutzfahrzuege fahren komplett leer über unsere Straßen, Läden und Firmen werden von verschiedenen Paketdienstleistern und Speditionen tagtäglich mit jeweils geringen Waren beliefert.

Es sollte nicht nur die Frage geklärt werden welcher Energieträger für die Zukunft der richtige Weg ist, auch die Frage nach der Art der Mobilität selbst sollte neu gestellt werden.